Warum brauchen wir das Bitcoin Lightning Netzwerk?

Bitcoin als weltweites Geldsystem?

Bitcoin bietet zahlreiche Vorteile als ein dezentralisiertes Geldsystem, über das Geld weltweit ohne Zwischenhändler verschickt werden kann. Hierzu gehören beispielsweise niedrige Einstiegshürden für die Verwendung: Jeder Mensch mit einem internetfähigen Gerät kann das Bitcoin-Protokoll nutzen. Niemand kann ausgeschlossen werden, was sich positiv auf die finanzielle Inklusion auswirkt. Bitcoin ist außerdem ein knappes digitales Gut, eine Art “digitales Gold”. Jeder Bitcoin kann in 100 Millionen Satoshis unterteilt werden, so wie man einen Euro in 100 Cents unterteilen kann. Im Gegensatz zu Fiat-Währungen ist die Geldmenge gemäß des Bitcoin-Protokolls auf etwa 21 Millionen Bitcoin begrenzt. Somit ist eine “Entwertung durch Verwässerung” unmöglich.

Lightning skaliert Bitcoin für den Alltag

Das Ziel von Lightning ist es, Bitcoin als Zahlungsmittel alltagstauglich zu machen. Oberste Priorität ist die Steigerung des Transaktionsdurchsatzes ohne Zentralisierung, wie wir es von Zahlungsnetzwerken wie Visa oder Mastercard kennen. Genauer betrachtet bedeutet dies mehr Zahlungen zu günstigeren Konditionen. Während Bitcoins Whitepaper von Satoshi Nakamoto bereits 2008 veröffentlicht wurde, geht die Idee des Lightning-Netzwerks auf das Jahr 2015 zurück. Erste Implementierungen starteten 2016, erste Nutzung der Implementierungen folgte in 2018. Seitdem hat sich die Technologie und das Netzwerk rasant weiterentwickelt. Allerdings steckt es trotz einer inzwischen ernstzunehmenden Größe und staatlicher Adoption auch 2022 noch in den Kinderschuhen.

Wie funktioniert das Lightning-Netzwerk?

Folgendes Praxisbeispiel verdeutlicht die Funktionsweise von Lightning. Alice besucht mit Freunden eine Bar und möchte ihre Freunde einladen. Allerdings ist es für sie zu aufwendig, jedes Getränk einzeln zu bezahlen. Alice hinterlegt ihre Kreditkarte an der Bar. Jedes Getränk der Gruppe wird vom Barkeeper aufgeschrieben. Am Ende des Abends erstellt der Barkeeper eine Rechnung mit allen Getränkeposten, die schlussendlich von Alice bezahlt wird. Diese Art der Bezahlung, sogenannte “opening a tab”, ist in den USA und im Vereinigten Königreich gängige Praxis.

Fazit

Das Lightning-Netzwerk ist die nächste Evolutionsstufe von Bitcoin. Bitcoin ermöglicht zwar weltweite Transaktionen ohne Intermediäre, aber die Abwicklung aller Zahlungen über die Bitcoin-Blockchain hat auch Limitationen. Durch Lightning kann der Transaktionsdurchsatz deutlich erhöht werden: Eine notwendige Bedingung, um in großem Maße als Zahlungssystem eingesetzt zu werden. Mit Lightning lassen sich kleine Zahlungen nur zu einem Bruchteil der Kosten durchführen, was das Fundament für eine ganze Micro-Payment-Ökonomie legen kann. Wie genau das Lightning-Netzwerk im Detail funktioniert, werden wir im zweiten Teil der Artikelserie besprechen.

Über die Autoren

Dr. Jonas Groß ist Head of Digital Assets and Currencies der etonec GmbH. Jonas hält einen Doktortitel in Economics der Universität Bayreuth und seine Hauptinteressengebiete sind digitale Zentralbankwährungen, Stablecoins, Kryptowährungen und Geldpolitik. Darüber hinaus ist Jonas Vorsitzender der Digital Euro Association (DEA), Co-Host des Podcasts “Bitcoin, Fiat, & Rock’n’ Roll” und Mitglied des Expert Panels des European Blockchain Observatory and Forum. Sie können Jonas über jonas@etonec.com erreichen.

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Jonas Gross is Chairman of the Digital Euro Association (DEA) and Head of Digital Assets and Currencies at etonec. Further, Jonas holds a PhD in Economics.

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Jonas Gross

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Jonas Gross is Chairman of the Digital Euro Association (DEA) and Head of Digital Assets and Currencies at etonec. Further, Jonas holds a PhD in Economics.